Leck in einem ÖBB-Kesselwaggon: Schadstoffaustritt!

So gestaltete sich das Übungsszenario am Freitag, 20. August 2010 für die Feuerwehr Zell und Waidhofen/Ybbs-Stadt.

Ein Kesselwaggon der ÖBB, beladen mit Dimethyldichlorsilan, einer leicht entzündlichen und mit Wasser reagierenden Chemikalie, verunglückte auf freier Strecke und die Kesselwand bekam einen Riss. Sofort strömte die gefährliche Flüssigkeit aus. (Im Übungsfall natürlich nur Wasser!)

Die ÖBB meldete den „Unfall“ sofort der Bereichsalarmzentrale Amstetten, welche unverzüglich die Feuerwehren Zell und Waidhofen/Ybbs-Stadt zum Schadstoff“einsatz“ alarmierte.

Zusammen mit dem Einsatzleiter der ÖBB und dem Einsatzleiter der Feuerwehr wurde der Gleisbereich für die Feuerwehrmitglieder sicher gemacht. Daraufhin machte sich ein Atemschutztrupp auf den Weg zur Erkundung des gefährlichen Stoffes und mussten dabei eine Person aus dem Gefahrenbereich retten.

Währenddessen stellte ein weiterer Atemschutztrupp die Absperrung her und baute den Deko-Platz auf. Ebenfalls wurde der Pulveranhänger der FFWYST in Stellung gebracht, um im Falle einer Entzündung trotz aller Sicherheitsvorkehrung den Brandschutz sicherzustellen.

Zeitgleich rüsteten sich 3 Mann mit Schutzanzügen der Schutzstufe III aus, um den verunfallten Kesselwaggon abzudichten. Zunächst erfolgte eine provisorische Abdichtung mittels Holzkeilen, ehe man damit begann, das Leck-Dicht-Kissen mittels Gurten um den Waggon zu spannen. Der Riss im Waggon konnte so relativ schnell dicht gemacht werden, im Ernstfall würde an dieser Stelle Feuerwehren mit umfassenderer Schadstoffausrüstung in Einsatz treten.

Vor der Übung wurden bereits wichtige Hinweise für den Einsatzfalle im Gleisbereich und im Umgang mit gefährlichen Stoffen speziell in Kesselwaggons gegeben. Die Übungsbeobachter der ÖBB und Brandrat Josef Rauchegger zeigten sich mit dem Übungsverlauf sehr zufrieden.

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